Stadt Overath - Stadtportrait

Overath ist eine mittelgroße Stadt im Rheinisch-Bergischen Kreis, Nordrhein-Westfalen, die erstmals 1064 urkundlich erwähnt wurde. Heute zählt sie über 27.000 Einwohner. Im Zuge der Kommunalen Neugliederung gemäß § 10 Kölngesetz wurden die Ortsteile Untereschbach, Immekeppel und Brombach eingemeindet. Der Stadtstatus wurde Overath am 1. Januar 1997 verliehen.

Luftbild Stadt Overath

Geographische Lage

Die Stadt Overath liegt etwa 25 Kilometer östlich von Köln im landschaftlich reizvollen Aggertal des Bergischen Landes. Während sich einige Ortsteile wie Vilkerath ebenfalls im Aggertal befinden, liegen andere im Sülztal (Steinenbrück, Untereschbach, Immekeppel und Brombach) oder auf den Höhenzügen (Marialinden und Heiligenhaus). Der höchste Punkt des Stadtgebiets und des gesamten Rheinisch-Bergischen Kreises ist der Kleine Heckberg bei Federath mit einer Höhe von 348 Metern über dem Meeresspiegel. Der Bahnhof Overath liegt auf 91 Metern Höhe.

Koordinaten (Gauß-Krüger):
Rechtswert: 2590325, Hochwert: 5644952

Partnerstädte
Overath pflegt seit 1973 Städtepartnerschaften mit zwei europäischen Gemeinden:

  • Pérenchies, eine nordfranzösische Stadt nahe Lille mit rund 7.500 Einwohnern.
  • Colne Valley, eine Gemeinschaft von fünf Ortschaften im Norden Englands, die nordöstlich von Manchester im Tal des Flusses Colne liegt.

Statistische Daten
Informationen zur Einwohnerzahl, den Schulen und zur Flächennutzung sind beim Statistischen Landesamt verfügbar sowie im Rahmen des Zensus 2011 erhoben worden.

Ortsteile

Die Stadt Overath umfasst die nachfolgenden Ortsteile:

  • Brombach

    Brombach gehört zusammen mit Immekeppel und Obersteeg zur Gemeinde. Die Verbindungen zwischen diesen Orten sind traditionell sehr stark.

    Der hübsche Ort Brombach ist genauso alt wie Immekeppel und beeindruckt nicht nur durch seine schönen alten Fachwerkhäuser, die teilweise aus dem 17. Jahrhundert stammen. Auch die modernen Neubauten fügen sich harmonisch in das Gesamtbild ein. Die grüne Umgebung und das lebendige Nachbarschafts- sowie Vereinsleben tragen zur Attraktivität von Brombach bei.

    Ein besonderes Markenzeichen der Brombacher ist der Begriff „Puhmänner“. Früher sollen die Einwohner sich zugerufen haben, indem sie ihre Hände wie einen Trichter vor den Mund hielten, wenn sie einander treffen wollten.

  • Heiligenhaus

    Das Gasthaus an der Kreuzung am Heiligenhäuschen war früher ein lebendiger Treffpunkt. Oft wurde über Kappus-Gottfried gesprochen, der während der napoleonischen Besatzung für Unruhe sorgte. Ursprünglich Bauernführer, endete sein Weg im Gefängnis in Düsseldorf.

    Die Geschichte von Heiligenhaus beginnt jedoch nicht nur mit dem Gasthaus, sondern vor allem mit dem Heiligenhäuschen an der Kreuzung des Polizeiweges und der Brüderstraße. Diese wichtigen Überlandstraßen waren viel frequentiert von Kaufleuten, Landwirten und Reisenden. Heiligenhaus war ein idealer Haltepunkt, auch für Gebete um Gesundheit während langer Reisen. Im Heiligenhäuschen wurde das Bildnis des Hl. Rochus verehrt, das in Zeiten der Pest aufgestellt wurde. Der Name Heiligenhaus weist darauf hin, dass bereits um 900 n. Chr. die ersten Siedler in dieser Gegend lebten.

    Im 17. Jahrhundert wurde die kleine Kapelle, die den Pilgern und Bewohnern nicht ausreichend Schutz bot, durch eine größere Kapelle aus Holz ersetzt, als die Pest erneut ausbrach. Diese musste 1840 wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Der Gastwirt Wilhelm Schöneborn stiftete ein Grundstück für eine neue Kapelle aus Bruchstein, die bald zur Mitte eines wachsenden Wohngebiets wurde.

    1891 gründeten der Overather Kaplan und der Lehrer Christoph Schmitz den "Rochusverein", um die Kapelle zu erhalten und zu erweitern. Mit 15.000 Mark finanzierten sie den Erweiterungsbau, der 1901 fertiggestellt wurde. Heiligenhaus entwickelte sich zu einer aktiven Gemeinde. 1867 wurde der Gesangverein Concordia gegründet, 1882 eröffnete eine Dorfschule, und 1884 entstand eine Kranken-Unterstützungskasse.

    1933 wurde Heiligenhaus zum Pfarrektorat, 1936 wurde die neue Pfarrkirche gebaut. Der Erweiterungsbau der Kapelle wurde abgerissen, wodurch das charakteristische Ortsbild mit der Rochuskapelle und der Kirche entstand.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Wohnbebauung zu, und das Ortsbild wandelte sich. Die neue Pfarrkirche, die Ende der 60er Jahre entstand, wurde zum Zentrum des Dorflebens. Die Dorfgemeinschaft ist durch zahlreiche Vereine aktiv, wobei der Männergesangverein als Meisterchor eine besondere Rolle spielt. Auch der Sportverein und der Motorsportclub sind in Heiligenhaus bekannt.

  • Immekeppel

    Geschichtlicher Hintergrund:

    Die Siedlung Sulsen wird erstmals 1166 in Zusammenhang mit den Besitztümern der Gräfin Hildegund von Ahr erwähnt. Bereits 1215 wird von einer Kapelle in Sulse berichtet. Der Name "Immekeppel" taucht 1309 in den Dokumenten auf, wie es zu dieser Umbenennung kam, ist jedoch nicht geklärt. In dieser sumpfigen Region lebten vor 800 Jahren nur etwa 100 Menschen in 20 Familien. Die Kapelle als religiöser Mittelpunkt förderte die Ansiedlung in der Umgebung. Ab 1840 wuchs die Bevölkerung durch den Erzbergbau stark an, was zu einem Arbeitskräftemangel führte und erste "Gastarbeiter" aus Italien anlockte.

    Die Eröffnung einer Bahnverbindung nach Köln im Jahr 1890 sollte weitere Industrien anziehen, scheiterte jedoch an der Grundstückspolitik der Grubenbesitzer. 1966 wurde die Bahnlinie stillgelegt, und die Grube Lüderich schloss 1978 als letztes Bergwerk.

    Immekeppel wurde 1845 eine selbständige Pfarre, zuvor gehörte es zu Bensberg. Durch Bevölkerungszuwachs reichte der Innenraum der alten Kirche bald nicht mehr aus. Mit großem Einsatz der Gemeinde wurde 1887 der "Sülztaler Dom" eingeweiht, der 1987 nach einer Renovierung in neuem Glanz erstrahlte.

    Bereits 1812 bat Bürgermeister Stucker um die Errichtung einer Volksschule. 1815 wurden 93 Kinder in einem gemieteten Raum unterrichtet, und 1822 wurde das erste Schulgebäude (heute Sülztaler Hof) eröffnet. 1863 entstand das heutige Schulgebäude, das mehrfach modernisiert wurde.

    Die Gebietsreform von 1975 brachte einen großen Einschnitt, als Immekeppel von Bensberg (heute Bergisch Gladbach) abgetrennt und Overath zugeordnet wurde. Dennoch fühlen sich die traditionellen Vereine weiterhin verbunden und engagieren sich im Vereinsring.

    Einbettung des Dorfes in seine Umwelt:

    Immekeppel liegt in der mittleren Sülztallandschaft, die geographisch zum südlichen Teil des Bergischen Landes gehört. Das Gebiet ist von der Sülz und ihren Nebenbächen durchzogen und zeichnet sich durch eine feuchtkühle Landschaft mit etwa 1050 mm jährlichem Niederschlag aus. Die landwirtschaftlichen Betriebe sind vorwiegend auf den Höhen angesiedelt, während die Wälder, meist Mischwälder, an den Berghängen zu finden sind. Die üppige Vegetation bietet eine Vielzahl an Pflanzen, darunter Orchideen im Freudenthal.

    Das Dorf ist in ein schmales Ost-West-Tal eingebettet, und die Bebauung erstreckt sich besonders an den nördlichen Anstiegen. Nach dem Krieg entstand die "Siebenbürgen-Siedlung", die Aussiedlern eine neue Heimat bot. Immekkeppel wird durch den "Sülztaler Dom" und die Durchgangsstraße geprägt.

    Die Entfernung nach Köln beträgt etwa 20 km, und der Autobahnanschluss ist nur 3 km entfernt, was vielen Bürgern ermöglicht, in der Stadt zu arbeiten und auf dem Land zu wohnen. Entlang der Hauptstraße haben sich zahlreiche Geschäfte angesiedelt, und ein Gewerbegebiet im Osten wird mittlerweile fast vollständig genutzt.

    Die Identifikation mit dem Dorf wird stark durch Kindheitserinnerungen geprägt, und Einrichtungen wie Kindergärten, die Grundschule, die Kirche, die Freiwillige Feuerwehr und die zahlreichen Vereine spielen eine zentrale Rolle im Gemeinschaftsleben. Diese Zentren, umgeben von Naturschönheiten und Wanderwegen, prägen den Charakter des Dorfes.

    Wanderwege rund um Immekeppel:

    Das malerische Bergische Land lädt zu Erkundungen ein. Besonders Neubürger und Besucher wollen die Natur unserer Heimat erleben. Der Heimatverein Immekeppel und der Sauerländische Gebirgsverein haben sieben Rundwanderwege angelegt, die von 3 bis 14 km reichen und für jeden etwas bieten. Der Dorfplatz ist der Ausgangspunkt aller Wanderwege, und alle Streckenführungen sind dort auf einer Landkarte dargestellt.

  • Marialinden

    Geschichte:

    Die Geschichte Marialindens reicht bis vor 1500 zurück, und viele der umliegenden Hofschaften sind noch älter. Die Ortschaft ist eng mit der Alten Brüderstraße verbunden, die 1464 urkundlich erwähnt wird und als Handels- sowie Erzabfuhrstraße zwischen Köln und Siegen diente. An dieser Straße, in der Flur Siebenlinden, entwickelte sich Marialinden zu einem beliebten Gast- und Rastplatz für Reisende nach dem beschwerlichen Aufstieg von Overath. Bis in die 1920er Jahre gab es rund um die Kirche sieben Gaststätten.

    Vor 1512/1515 wurde zunächst ein Heiligenhaus und dann eine Kapelle zu Ehren der Mutter Gottes errichtet. Die Kirche St. Mariä Heimsuchung wurde fortan zu einem Ziel vieler Pilger und ist es bis heute. In einer Urkunde von 1515 heißt es: „Durch die Lenkung des allmächtigen Gottes und seiner gebenedeiten Mutter Maria wurde in Marialinden ein Heiligenhaus und anschließend eine Kapelle gebaut, wofür gute Leute Almosen spenden.“

    Marialinden blieb über Jahrhunderte ein Marienwallfahrtsort. Jedes Jahr in der ersten Juliwoche wird eine "Festoktav" zu Ehren der Gottesmutter gefeiert. Besonders in Notzeiten pilgerten Tausende nach Marialinden und feierten Gebete und Prozessionen zu Ehren der Gottesmutter.

    Äußeres Zeichen der Marienverehrung sind die mittelalterlichen Darstellungen der Pieta im rechten Seitenschiff der Kirche. Ein barocker Seitenaltar im linken Seitenschiff zeigt Bildnisse der Leidensgeschichte Christi. Dieser Altar stammt ursprünglich aus der Benediktiner-Propstei Cyriax bei Overath und kam nach der Auflösung der Propstei 1803 nach Marialinden.

    Die Kirchengemeinde Marialinden umfasst 47 Ortschaften, darunter Abelsnaaf, Birken, Bixnaaf, Blindenaaf, Breitenstein und viele mehr. Auch die Einwohner von Növerhof, Klauserhof und Schlichenbach zählen zur Pfarrgemeinde Marialinden, gehören jedoch zur Gemeinde Much. Bürger aus dem Raum Eulenthal (Pfarrbezirk Overath) fühlen sich ebenfalls mit Marialinden verbunden.

    Früher lebten die Einwohner vor allem von der Landwirtschaft. Mit der Zeit kamen Arbeitsmöglichkeiten in den Bergwerken der Region hinzu, doch der Anteil der Landwirtschaft ist heute gering. Viele Bürger finden ihre Anstellung in Gewerbe- und Dienstleistungsbereichen bis nach Köln.

  • Steinenbrück

    Evangelische Friedenskirche Neichen

    Wer von Köln kommend den Bensberger Berg überwunden hat, erblickt auf der linken Seite den grazilen Kirchturm der Friedenskirche im Ortsteil Steinenbrück-Neichen. Der markante Dreibein-Turm, mit einem schützenden Holzdach für die Glocken, ist ein Wahrzeichen der Gemeinde.

    Die Kirche, entworfen von dem verstorbenen Architekten Dipl.-Ing. Paul Smrha, weist ein einzigartiges Dachdesign auf, das wie verkehrt herum auf dem Kirchenschiff sitzt. Dies ermöglicht eine großzügige Verglasung, die viel Tageslicht einlässt und den Blick zum Himmel freigibt. Der Innenraum zeigt eine beeindruckende Konstruktion aus Beton, Stahl und Glas.

    Im Eingangsbereich erwartet die Besucher ein Relief von Günter Ferdinand Ris, das den Hahnenschrei darstellt und auf das letzte Abendmahl hinweist. Im Kontrast dazu zeigen acht Bilder des Siegburger Künstlers Köstlich die "Berührung Gottes".

    Geschichte: Vor 1945 lebten nur wenige evangelische Familien in Steinenbrück. Der Konfirmandenunterricht fand in Honrath statt, da die evangelischen Christen der Bürgermeisterei Overath bis 1954 zur Kirchengemeinde Honrath gehörten. Gottesdienste wurden seit 1890 in Privathäusern und ab den 1930er Jahren im Speisesaal eines Textilwerks gefeiert. Nach 1945 zogen viele Flüchtlinge in die Region, was die Gründung eines eigenen Kirchenraums erforderlich machte.

    Die Friedenskirche wurde am 14. Januar 1965 eingeweiht. Die Sichtbetonarchitektur und der statisch komplexe Glockenturm sind bis heute bemerkenswert. 1969 wurden Küster- und Pfarrhaus gebaut, und 1978 folgte das Gemeindezentrum.

    Für aktuelle Informationen besuche die Homepage der Evangelischen Kirchengemeinde Overath.

    Pfarrkirche St. Barbara Steinenbrück

    Durch den Aufschwung des Erzbergbaus am Lüderich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung in Steinenbrück. Um den Bewohnern den Kirchgang zu erleichtern, wurde 1902 der "Kirchenbauverein St. Barbara Steinenbrück" gegründet, dessen Vorsitzender Obersteiger Römer war. Der Verein sammelte 1913 ein Kapital von 32.000 Mark, unterstützt durch Grundstücks- und Geldspenden der AG des Altenbergs.

    Der Grundstein für die neuromanische Kirche wurde am 1. Mai 1914 gelegt. Trotz des Ersten Weltkriegs und Materialmangel wurde die Kirche unter der Leitung von Architekt Jakob Stumpf fertiggestellt und am 2. April 1916 eingeweiht.

    1963 erhielt die Kirche einen neuen Kirchturm nach den Plänen des Architekten Wilhelm Pollen, der Grauwacke und Sichtbeton kombiniert.

    Förderturm am Hauptschacht des Erzbergwerks Lüderich

    Die AG des Altenbergs begann 1892 mit dem Abteufen des Hauptschachts am Lüderich. Die ursprüngliche Förderanlage wurde 1936 durch eine modernisierte Konstruktion ersetzt. 1957 wurde die Schachtförderung erneut optimiert. Bis zur Stillegung 1978 förderten die Bergleute über 10 Millionen Tonnen Roherz.

    Der Förderturm wurde als Industriedenkmal erhalten, und in seinem Schatten entsteht ein neuer Golfplatz.

    Barbarakreuz

    Das Barbarakreuz, ein 15 Meter hohes Edelstahlkreuz, wurde am 16. August 1997 auf einer Bergehalde errichtet und von Weihbischof Dr. Dick eingeweiht. Es ist den Bergleuten der Grube Lüderich gewidmet und steht als Symbol des christlichen Glaubens sowie als Denkmal für die harten Arbeitsbedingungen der Bergleute.

    Die Aufschrift am Kreuz würdigt die Bergleute und zieht seitdem Besucher an, die die Aussicht über die Region genießen.

  • Untereschbach

    Untereschbach liegt am Kreuzpunkt der wichtigen Landstraßen L 284 (Sülztalstraße) und L 136 (Bergisch Gladbach/Bensberg - Overath/Aggertal) und wird zudem von der Autobahn (BAB 4) Köln-Olpe durchquert. Diese Straßen basieren auf uralten Verbindungen, darunter die bereits 1386 erwähnte Brüderstraße, die als Vorgängerin der Olper Straße von überörtlicher Bedeutung gilt. An diesen Kreuzungspunkten waren Raststätten und Handelsherbergen unerlässlich.

    Die Gleise der früheren Sülztalbahn (Lindlar-Hoffnungsthal) wurden abgebaut, was heute als fataler Fehler betrachtet wird. Dennoch wird über eine mögliche Schienenanbindung nach Köln diskutiert, auch wenn dies vorerst unrealistisch erscheint. Ungeachtet dieser Herausforderungen hat sich Untereschbach zu einem bedeutenden Industrie- und Gewerbestandort entwickelt und bietet ein vielfältiges Einzelhandelsangebot.

    Das Ortszentrum an der Olper Straße zeichnet sich durch eine geschlossene Geschäftsstraße mit fast städtischem Charakter aus. Bis 1975 gehörte Untereschbach zur Stadt Bensberg, die später in der Stadt Bergisch Gladbach aufging. Die Beziehungen zur Gemeinde Overath blieben trotz der Gemeindegrenze stets bestehen.

    Der Name Untereschbach stammt vom Eschbach, der früher einen bedeutenden Mühlenbetrieb speiste, dessen Mühleanlagen heute weitgehend erhalten sind. Eine Sehenswürdigkeit, das alte Baumhofhaus, ein typischer bergischer Fachwerkbau, wurde zwar abgerissen, aber in Hoffnungsthal wieder aufgebaut.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Untereschbach 1952 eine selbstständige Kirchengemeinde, und eine Bürgerinitiative ermöglichte den Bau der Kirche St. Marien im Ortszentrum. Heute hat Untereschbach etwa 1.120 Einwohner, und die Entwicklung geht stetig voran, unterstützt durch die günstige Anbindung an die Autobahn Köln-Olpe.

    Der Ort ist nicht nur verkehrstechnisch gut erschlossen, sondern auch von einer abwechslungsreichen Landschaft umgeben, die zahlreiche Wanderwege bietet. Untereschbach ist ein beliebter Standort für sportliche Aktivitäten und hat ein reges Gemeinschaftsleben, das eng mit den Nachbarorten Steinenbrück und Immekeppel verbunden ist.

  • Vilkerath

    In Vilkerath spielte das Wasser über die Jahrhunderte hinweg eine bedeutende Rolle. Der Rittersitz Vilkerath, umgeben von Wasser, war häufig von Hochwasser betroffen, bis 1895 ein Deichverband den Bau eines Aggerdamms umsetzte und den Ort so vor Überflutungen schützte. Auch die Aggermühle, die bereits 1347 urkundlich erwähnt wird, profitierte von der Wasserkraft und war ein kleiner Rittersitz in der Region. Der Rittersitz oder die „Wasserburg“ Vilkerath ist seit 1368 bezeugt. Ein von den Gutsleuten errichtetes Steinkreuz von 1781 steht noch heute neben der Kirche, während die Reste der Burg unter dem Pflaster der Kölner Straße liegen, die zwischen 1820 und 1830 durch den Ort verlegt wurde.

    Die Wasserkraft war nicht nur für die Geschichte des Ortes prägend, sondern gab auch den ersten Impuls für die Industrie und das Gewerbe, die heute das Bild Vilkeraths entscheidend prägen. Die unmittelbare Anbindung an die Agger, die Straße und die Bahn schafft ideale Voraussetzungen für den Ort als Industrie- und Gewerbestandort. Auch die nahe Autobahn Köln-Olpe verstärkt die Attraktivität von Vilkerath als Wohn- und Gewerbestandort.

    Die Hohnschaft Vilkerath gehört zu den ältesten in der Gemeinde Overath und wird bereits im Siegburger Abteiverzeichnis von 1250 erwähnt. Ein weiterer Beleg für die Bedeutung des Ortsbereichs ist der urkundliche Bericht von 1612, wonach ein Eremund von Orsbeck zu Vilkerath in den Landtag nach Opladen berufen wurde – ein Privileg, das nur wenigen zugestanden wurde. Ende des 17. Jahrhunderts wurden in Vilkerath 33 Steuerzahler verzeichnet, was ebenfalls auf die Bedeutung des Ortes hinweist.

    1879 gründete Theodor Wermelskirchen in Obermiebach einen „Kirchbauverein Vilkerath“. Die Bauarbeiten für die Kapelle begannen am 5. Juni 1894, und schon am Fest Mariä Empfängnis desselben Jahres wurde der Wetterhahn auf den Dachreiter gesetzt. Die Kapelle wurde jedoch bald zu klein, und 1952 wurde eine größere Kirche auf dem ehemaligen Bauplatz errichtet. 1958 kam der Großturm hinzu.

    Die Bevölkerungsstatistik von 1900 verzeichnete 113 Einwohner in Vilkerath, doch das Ortsleben war bereits damals rege:

    • 1872: Gründung des Landwirtschaftlichen Casinos, das jährlich den vielgerühmten Erntezug am zweiten Sonntag im Oktober organisiert.
    • 1877: Bau einer zweiklassigen Schule.
    • 1895: Gründung eines Deichverbandes.
    • 1896: Errichtung der Kapelle.
    • Vor 1900: Gründung des MGV Frohsinn.

    Nach den beiden Weltkriegen erlebte Vilkerath neue Impulse:

    • 1920: Neugründung des MGV.
    • 1923: Gründung der Feuerwehr.
    • 1938: Gründung des Kirchenchors.
    • 1946: Gründung der Karnevalsgesellschaft Vilkerather Narren.
    • 1961: Gründung eines Sportclubs.
    • 1970: Gründung des Bürgervereins.

    So ist die Ortsgemeinschaft Vilkerath über die Jahrhunderte lebendig geblieben und besteht bis heute.

Stadtgeschichte

  •  Overath von den Anfängen bis heute – ein Überblick

    Die Stadt Overath, wie wir sie heute kennen, ist das Ergebnis der Gebietsreform von 1975 und vereint mehrere historische Orte: die Bürgermeisterei Overath mit den Kirchorten Overath, Marialinden, Heiligenhaus, Vilkerath und Steinenbrück sowie die ehemaligen Bensberger Gebiete im Sülztal (Immekeppel und Untereschbach) und das zu Hohkeppel gehörende Brombach.

    Frühgeschichte und Mittelalter

    Historisch gesehen hat Overath zwei zentrale „Keimzellen“, die mittelalterlichen Lehnsbezirke Achera (Overath) und Sulsen (Immekeppel). Diese Hofverbände entstanden vermutlich im 10. Jahrhundert, in einer Zeit des Landausbaus und der beginnenden kirchlichen Organisation. Archäologische Funde, wie neolithische Artefakte und der hallstattzeitliche Ringwall auf dem Lüderich, deuten darauf hin, dass die Region bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war. Diese frühen Siedler betrieben wahrscheinlich Ackerbau und Viehzucht.

    Achera (Overath) wird urkundlich erstmals 1065 erwähnt, als Erzbischof Anno II. von Köln den Hofverband Achera an das von ihm gegründete Kloster Siegburg übertrug. Damit wurde der Abt von Siegburg Grund- und Lehnsherr in Overath. Die zentrale Stelle beider Bezirke war der Fronhof Querrode in Overath, wo sich auch die Kirche für den Pfarrsprengel befand, ein Vorgängerbau der romanischen Pfarrkirche St. Walburga. Das Dorf Overath entwickelte sich um diesen Fronhof und die Kirche.

    Sulsen (Immekeppel) wird erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt, als die Gräfin Hildegund von Meer-Liedberg das Hofgut Sulsen dem Prämonstratenserinnenkloster Meer übertrug. Hiermit wurde Sulsen Teil einer geistlichen Grundherrschaft.

    Im Laufe des 12. Jahrhunderts änderten sich die rechtlichen Bindungen zwischen Grundherrn und Lehnsleuten, was zu einer zunehmenden Vererbbarkeit von Eigentumsrechten der Bauern an ihren Lehnsgütern führte. Dies förderte die Bildung von Gemeinschaften und Selbstverwaltungen in den Dörfern.

    Verwaltung und Gerichtsbarkeit

    Im 14. Jahrhundert wurde das bergische Herrschaftsgebiet in Amtsbezirke gegliedert. Overath gehörte damals zum Amt Steinbach, während Immekeppel zum Amt Bensberg zählte. Die Verwaltung und Rechtsprechung lag in der Verantwortung von Amtmännern, die aus dem Adelsstand kamen. Die kirchliche Organisation folgte ähnlichen Strukturen, wobei Overath als eigenständige Pfarrei fungierte, während Immekeppel erst 1845 von Bensberg unabhängig wurde.

    Die gesellschaftlichen Verhältnisse in Overath wurden durch die Reformation und verschiedene Kriege, darunter der Dreißigjährige Krieg, stark beeinflusst. Während Overath katholisch blieb, gab es in Immekeppel zeitweise lutherische Geistliche. Der Dreißigjährige Krieg hinterließ in Overath große Zerstörung und wirtschaftlichen Ruin.

    Wirtschaft und gesellschaftliche Entwicklung

    Bis zur Neuzeit blieb die Landwirtschaft der Hauptwirtschaftszweig in Overath. Im 17. und 18. Jahrhundert gewann der Bergbau an Bedeutung, insbesondere im Deutzer Erzrevier, das bedeutende Zink- und Bleivorkommen aufwies. Die Errichtung der Eisenbahn 1884 und die Elektrifizierung der Gemeinde ab 1910 führten zu einem wirtschaftlichen Aufschwung.

    Die politische und gesellschaftliche Entwicklung in Overath war im 19. Jahrhundert von Unruhen geprägt. Die Revolution von 1848 führte zu einem kurzfristigen Konflikt mit dem Bürgermeister und zu einer stärkeren politischen Mobilisierung der Bürger.

    20. Jahrhundert und Weltkriege

    Die beiden Weltkriege hinterließen auch in Overath ihre Spuren. Über 400 Overather fielen im Ersten Weltkrieg, und die Gemeinde litt unter Lebensmittelengpässen und der Zwangsbewirtschaftung. In der Weimarer Republik zeigte sich ein verstärktes politisches Interesse, das jedoch in der Zeit des Nationalsozialismus eingeschränkt wurde. Trotz der nationalsozialistischen Herrschaft blieben die gesellschaftlichen Spannungen in Overath bestehen.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Wiederaufbau erlebte die Gemeinde einen wirtschaftlichen Aufschwung, der bis in die späten 1970er Jahre anhielt. Die Gebietsreform von 1975 stellte einen weiteren bedeutenden Umbruch in der Geschichte Overaths dar.

    Fazit

    Die Geschichte Overaths ist geprägt von vielfältigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen. Von den frühen Siedlungen bis zur heutigen Stadt hat Overath eine reiche und komplexe Vergangenheit, die in ihrer kulturellen Identität weiterlebt.

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